Nach der Niederlage in Krefeld wollen die WILD WINGS am Freitag in Iserlohn ein anderes Gesicht zeigen. Zum Abschluss vor der Länderspielpause wartet am Sonntag das erneute Duell mit den Pinguinen in der Helios Arena.
Zwei Spiele, zwei Chancen auf wichtige Punkte und eine klare Aufgabe: Die WILD WINGS wollen nach dem unbefriedigenden Auftritt in Krefeld wieder zu ihrem Spiel finden. Steve Walker fordert mehr Konsequenz, Will Weber spricht von fehlender Konstanz und Philip Feist setzt auf einfaches, geradliniges Eishockey. Die erfolgreichen Auswärtsauftritte in Mannheim und Köln sollen dabei als Orientierung dienen.
Das 0:6 vom Mittwochabend hinterließ Spuren. Dabei hatte die Partie in Krefeld zunächst durchaus vielversprechend begonnen. Die WILD WINGS erarbeiteten sich Möglichkeiten, ließen diese jedoch ungenutzt und gerieten kurz vor der ersten Pause in Rückstand. Auch zu Beginn des Mitteldrittels waren die Neckarstädter offensiv präsent, ehe die Gastgeber innerhalb weniger Minuten entscheidend davonzogen. Am Ende stand eine Niederlage, die nicht nur wegen ihrer Höhe schmerzte, sondern auch Fragen nach der eigenen Konsequenz aufwarf. „Es war nicht unsere beste Leistung. Wir haben nicht mit der Intensität gespielt, die wir brauchen“, erklärt Headcoach Steve Walker. Lange beschäftigen möchte sich der Kanadier mit der Niederlage allerdings nicht. Dafür sind die kommenden Aufgaben zu wichtig. Bereits am Freitag wartet mit Iserlohn der nächste Gegner, ehe am Sonntag Krefeld zum dritten Saisonduell in Schwenningen gastiert.
Einfacher spielen, konsequenter arbeiten. Auch innerhalb der Mannschaft herrscht Einigkeit darüber, worauf es jetzt ankommt. „Wir hatten auch gestern gute Momente. Aber bei ein paar Aktionen haben uns die Details gefehlt und Krefeld hat jede Gelegenheit genutzt“, sagt Will Weber. Für den Verteidiger ist deshalb vor allem die Konstanz entscheidend. „Wir müssen bei den Details konsequenter sein und unser System richtig spielen. Wir haben gegen die guten Mannschaften gesehen, dass wir das können.“ Dass die Leistung vom Mittwoch nicht den eigenen Ansprüchen genügte, stellt Weber klar. „Das war für uns als Mannschaft einfach nicht akzeptabel. Jeder muss mit einer hohen Intensität spielen und in jedem Zweikampf alles geben.“ Entscheidend sei nun, die Partie abzuhaken und den Blick nach vorne zu richten. Philip Feist sieht es ähnlich. „Das Spiel von gestern müssen wir abhaken. Das war nicht unser bestes Eishockey, das wissen wir auch selbst.“ Statt komplizierter Lösungen fordert der Angreifer eine Rückkehr zu den eigenen Stärken. „Wir müssen wieder anfangen, einfach Eishockey zu spielen, anstatt irgendwelche komplizierten Sachen zu erfinden.“ Gerade die Auftritte gegen starke Gegner hätten gezeigt, wie gut das funktionieren könne. „Wenn wir einfach spielen, sieht man auch anhand der Ergebnisse gegen die richtig guten Mannschaften, dass wir uns leichter tun, wenn wir simpel bleiben.“
Mannheim und Köln als Vorbild. Auch Walker verweist auf die beiden erfolgreichen Auswärtsspiele. Dort habe seine Mannschaft mit der richtigen Intensität gespielt, geschlossen verteidigt und sich die nötigen Erfolgserlebnisse erarbeitet. „Genau das hat uns in Mannheim und Köln erfolgreich gemacht. Wir müssen in jedem Wechsel kämpfen und die Dinge tun, die notwendig sind, um Spiele zu gewinnen. Das brauchen wir jetzt auch wieder in Iserlohn.“ Mit Blick auf den weiterhin dezimierten Kader geht es dabei nicht darum, die Gegner mit offensiver Wucht zu überrollen. Vielmehr müssen die WILD WINGS ihre Spiele kontrollieren, defensiv stabil auftreten und mit den vorhandenen Kräften haushalten. „Mit unserem aktuellen Kader werden wir keine Spiele gewinnen, indem wir versuchen, viel mehr Tore als der Gegner zu schießen. Wir müssen unsere Spiele gut managen, defensiv sehr gut spielen und enge Begegnungen gewinnen“, erklärt Walker.
Der Gegnercheck.
Mit den Iserlohn Roosters wartet am Freitag ein Gegner, der ebenfalls um wichtige Punkte kämpft. Die Mannschaft von Cheftrainer Stefan Nyman sucht nach mehr Konstanz und hat in der laufenden Saison bereits sehr unterschiedliche Gesichter gezeigt.
Dass die Sauerländer auch gegen ambitionierte Gegner bestehen können, bewiesen sie unter anderem beim 4:2-Heimerfolg gegen die Kölner Haie Mitte Oktober. Auch gegen Wolfsburg und Krefeld konnten die Roosters bereits Siege feiern. Gleichzeitig musste Iserlohn einige deutliche Niederlagen hinnehmen, darunter ein 4:11 in Straubing und ein 1:6 in Mannheim. Zuletzt unterlag das Team den Nürnberg Ice Tigers mit 2:4.
Der Kader verbindet erfahrene DEL-Spieler mit internationalen Neuzugängen. In der Defensive sollen unter anderem Mac Hollowell und Emil Johansson für Stabilität und Impulse im Spielaufbau sorgen. Im Tor verfügt Iserlohn mit Hendrik Hane und Andreas Jenike über zwei Schlussmänner mit Ligaerfahrung.
Gerade vor heimischer Kulisse sind die Roosters ein unangenehmer Gegner. Die enge Arena am Seilersee sorgt traditionell für eine intensive Atmosphäre, in der Zweikämpfe und Einsatzbereitschaft eine besondere Rolle spielen.
Für die WILD WINGS könnte es deshalb entscheidend sein, von Beginn an die nötige Intensität mitzubringen und dem Gegner möglichst wenig Raum für eigene Offensivaktionen zu überlassen. Nach dem Auftritt in Krefeld steht dabei vor allem die defensive Geschlossenheit im Mittelpunkt.
Nur zwei Tage später kommt es bereits zum dritten Saisonduell mit den Krefeld Pinguinen. Nach den beiden bisherigen Auswärtsniederlagen haben die WILD WINGS am Sonntag vor heimischem Publikum die nächste Gelegenheit, gegen den Aufsteiger zu punkten.
Die jüngste Begegnung dürfte beiden Mannschaften noch bestens in Erinnerung sein. Beim 6:0-Erfolg am Mittwochabend präsentierten sich die Pinguine äußerst effizient und nutzten insbesondere die Schwenninger Fehler konsequent aus. Marcel Müller traf doppelt, während Max Gildon, Mathew Santos, Max Newton und Tim Schütz die weiteren Treffer erzielten.
Besonders die individuelle Qualität der Krefelder Offensive machte den Unterschied. Mit Marcel Müller und Philip Gogulla verfügt das Team von Thomas Popiesch über viel Erfahrung. Dazu kommen technisch starke Akteure wie Max Newton, oder Mathew Santos, die jederzeit gefährliche Situationen kreieren können.
Auch zwischen den Pfosten präsentierte sich Krefeld zuletzt in guter Verfassung. Juha Jatkola hielt gegen die WILD WINGS sämtliche Schüsse und feierte einen Shutout.
Für Schwenningen bietet das erneute Aufeinandertreffen die Gelegenheit, die Erkenntnisse aus dem Mittwochspiel unmittelbar umzusetzen. Die Mannschaft muss ihre Möglichkeiten konsequenter nutzen, den Weg in die gefährlichen Bereiche vor dem gegnerischen Tor suchen und gleichzeitig die Krefelder Gegenangriffe besser kontrollieren.
Die Teamnews.
Mit einem kurzen Kader und drei Spielen innerhalb von fünf Tagen muss das Trainerteam die Belastung der verfügbaren Spieler weiterhin genau steuern. „Es ist nicht einfach“, räumt Walker ein. Besonders in den Special Teams erfordert die Situation Anpassungen. So setzt Schwenningen im Powerplay derzeit teilweise auf zwei Verteidiger und drei Stürmer, um nach einer Überzahlsituation genügend ausgeruhte Spieler für die nächste Formation zur Verfügung zu haben. Auch die Eiszeiten werden bewusst verteilt. Im Schlussdrittel der Krefeld-Partie erhielt Niclas Hempel beispielsweise zusätzliche Wechsel, um andere Spieler zu entlasten. „Wir schauen ständig darauf, wie viel Eiszeit wir den Jungs geben, besonders denen, die sowohl Überzahl als auch Unterzahl spielen. Bei drei Spielen in fünf Tagen müssen wir überlegen, wie wir unsere Energie am besten einsetzen“, erklärt Walker.
Trotz der schwierigen Voraussetzungen will die Mannschaft die personelle Situation nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Die kurze Bank kann keine Ausrede für uns sein. Jeder bei uns kann Eishockey spielen“, betont Philip Feist. Entscheidend sei es, den Fokus auf das Wesentliche zu richten.
Größere Veränderungen im Aufgebot zeichnen sich für Freitag zunächst nicht ab. Ein Angreifer hatte die Partie in Krefeld im Schlussdrittel vorzeitig verlassen, konnte am Donnerstag aber wieder am Training teilnehmen. Auch wenn er noch nicht vollständig beschwerdefrei ist, geht Walker derzeit von einem möglichen Einsatz in Iserlohn aus. Nach einer Trainingseinheit am Donnerstag soll die Mannschaft am Freitag möglichst viel Energie für das Spiel aufsparen. Der morgendliche Skate im Sauerland ist deshalb optional.
Die Ticketinformationen.
Am Freitag, 30. Oktober, gastieren die WILD WINGS um 19:30 Uhr bei den Iserlohn Roosters in der am Seilersee. Bereits am Sonntag, 1. November, kommt es um 16:30 Uhr zum erneuten Aufeinandertreffen mit den Krefeld Pinguinen in der Helios Arena. Für die Neckarstädter ist es die letzte Begegnung vor der anstehenden Länderspielpause. Tickets für das Heimspiel gegen Krefeld gibt es im Onlineticketshop und an den bekannten Vorverkaufsstellen.
Der Sendeplan.
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