Die WILD WINGS investieren viel, bleiben vor dem Tor aber ohne Ertrag. Frankfurt bestraft eine verhängnisvolle Phase eiskalt und gewinnt mit 5:0.
Der Saisonauftakt endet mit einem Ergebnis, das deutlicher ausfällt, als es der Spielverlauf über weite Strecken vermuten lässt. Die WILD WINGS unterliegen den Löwen Frankfurt in der Helios Arena mit 0:5 und müssen sich vor allem über vier verhängnisvolle Minuten im zweiten Drittel ärgern. Schwenningen hatte die Partie zu diesem Zeitpunkt zunehmend unter Kontrolle, ließ offensiv jedoch die nötige Konsequenz vermissen. Frankfurt machte es genau andersherum: Ein Shorthander von Daniel Pfaffengut sowie zwei Treffer von Matthew Wedman ließen aus einem knappen 0:1 binnen weniger Minuten ein 0:4 werden. Auch im Schlussabschnitt gaben die WILD WINGS nicht auf, fanden an diesem Abend aber keinen Weg an Adam Scheel vorbei. Jonathan Eric Uba setzte mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt unter einen bitteren ersten Spieltag.
Fulltime
0 : 5
Zuschauer 5.100 Helios Arena
11′ | E. Uba #18 36′ | D. Pfaffengut #77 39′ | M. Wedman #67 40′ | M. Wedman #67 47′ | E. Uba #18
Der Spielverlauf.
1. Drittel – Frankfurt nutzt seine Phase. Die ersten Minuten gehörten noch keiner Mannschaft so richtig. Schwenningen suchte früh den Weg nach vorne, musste nach einer Bankstrafe aber zunächst in Unterzahl arbeiten. Joacim Eriksson war sofort gefordert und setzte mit einer starken Parade ein erstes Ausrufezeichen. Anschließend erhöhten die Gäste den Druck und belohnten sich in der elften Minute: Jonathan Eric Uba traf zum 0:1. Die WILD WINGS antworteten. Mirko Höfflin scheiterte nach einem starken Solo an Adam Scheel, wenig später setzte Austin Ortega die Scheibe nach einer sehenswerten Kombination ans Außennetz. Auch Boaz Bassen und Reed Lebster sorgten für Gefahr, der Ausgleich wollte vor der ersten Pause aber nicht mehr fallen.
2. Drittel – Erst Kontrolle, dann der Einbruch. Schwenningen kam mit deutlich mehr Zug aus der Kabine. Vadim Schreiner setzte früh Akzente, Håkon Hänelt scheiterte nach einer guten Kombination am Schoner von Scheel und auch Bassen fand im Frankfurter Schlussmann seinen Meister. Die WILD WINGS hatten nun mehr vom Spiel, verbrachten viel Zeit in der offensiven Zone – allein die Konsequenz vor dem Tor fehlte. Dann kippte die Partie innerhalb weniger Minuten komplett. Ausgerechnet im Schwenninger Powerplay erhöhte Daniel Pfaffengut in der 36. Minute per Shorthander auf 0:2. Selbst eine anschließende doppelte Überzahl brachte keinen Ertrag. Frankfurt dagegen zeigte maximale Effizienz: Wedman traf in der 38. Minute zum 0:3 und legte kurz vor der zweiten Pause in doppelter Überzahl noch einmal nach. Aus einem engen Spiel war binnen vier Minuten ein 0:4 geworden.
3. Drittel – Viel Aufwand, kein Ertrag. Trotz des deutlichen Rückstands stellten die WILD WINGS ihre Bemühungen nicht ein. Eric Cornel, Bassen und Sebastian Uvira suchten früh den Anschluss, doch entweder stand die Frankfurter Defensive im Weg oder Scheel war zur Stelle. Statt des ersten Schwenninger Treffers fiel auf der Gegenseite das 0:5: Nach einem Fehlpass schalteten die Löwen schnell um, Brandon Biro bereitete vor und Uba schnürte seinen Doppelpack. Schwenningen arbeitete dennoch weiter. Thomas Schemitsch prüfte Scheel von der blauen Linie, Uvira kämpfte sich alleine vor das Tor, Philip Feist setzte zu einem starken Solo an und Ortega verpasste nur knapp. Das Bild blieb jedoch bis zur Schlusssirene dasselbe: Die WILD WINGS investierten, Frankfurt verteidigte konsequent – und Scheel ließ sich an diesem Abend nicht überwinden.
Die Highlights.
Minute 1: Alex Peters versucht es von der Blauen, verpasst jedoch das Blatt des Mitspielers. Der Konter der Frankfurter reißt das Schwenninger Tor aus der Verankerung, der Videobeweis bestätigt: kein Tor. Starke Aktion auch von Eriksson. Minute 2: Starke Aktion von Hänelt! Im Vollspeed aus dem eigenen Drittel Richtung Tor – aber sein Pass findet leider keinen Emfpfänger. Minute 3: Erste Strafzeit gegen Schwenningen: Zu viele Spieler auf dem Eis. ABER: Unterzahl haben die Neckarstädter trainiert und Bo versucht es gar mit dem Shorthander. Minute 4: THE WALL OF SCHWENNINGEN! Das erste Ausrufezeichen der Löwen aus Frankfurt, aber: Ja den hat er gehalten! [Zitat eines Frankfurters: „Alter was, der hat den gehalten?!] Minute 6: Wieder komplett versuchen die Neckarstädter Momentum aufzubauen, doch Aktionen von Höfflin und Martinsson fehlen noch die notwendige Torgefahr. Minute 11: Frankfurt war die letzten Minuten am Drücker und belohnt sich nun. Die Nummer 18 Jonathan Eric Uba netzt oben rechts für Frankfurt ein. Spielstand 0:1. Minute 12: Höfflin mit starkem Solo, aber Adam Scheel hält. Minute 14: Wunderschönes Zusammenspiel, doch Ortega trifft nur das Außennetz. Minute 16: Torgefahr durch Boaz Bassen, doch die Löwen bekommen Carbon dazwischen Minute 20: Kurz vor dem Buzzer versucht sich Lebster, doch die Frankfurter Defensive blockt.
Minute 22: Schreiner marschiert sehr motiviert Richtung Frankfurter Tor, aber hier ist noch kein Durchkommen. Minute 23: Schöne Kombination der Cornel-Reihe und Håkon Hänelt, doch Scheel’s Schoner ist der Spielverderber. Minute 28: Trivellato auf Bassen, doch wieder rettet Scheel die Null für Frankfurt. Dennoch tolle Aktion! Minute 32: Die WILD WINGS haben die Partie jetzt im Griff, doch bei den Blau-Weißen fehlt die Durchschlagskraft. Minute 35: Stockschlag gegen Arkadiusz Dziambor. Bringt das Powerplay nun den Ausgleich? Minute 36: Im Gegenteil! In Unterzahl erhöht Frankfurt durch Pfaffengut auf 0:2. Minute 37: Auch in doppelter Überzahl können die Schwaben nichts Zählbares auf den Weg bringen. Minute 38: Ganz anders die Löwen! Wedman trifft mit Unterstützung des rechten Pfostens zum 3:0 aus Frankfurter Sicht. Minute 40: In doppelter Überzahl erhöht Frankfurt wieder durch erneut durch Doppelpacker Wedman auf 4:0.
Minute 42: Cornel mit dem Versuch wird aber geblockt. Minute 43: Bo Bassen mit Tempo … erneut kein Vorbeikommen an Adam Scheel. Minute 45: Valk umzirkelt das Tor, der Pass auf Uvira kommt zwar an, doch der Frankfurter Koalier hat den Schoner drauf. Minute 47: Wenn’s läuft dann läufts, aber aus Sicht der Blau-Weißen in die falsche Richtung. Nach einem Fehlpass kommen die Frankfurter in Puckbesitz und nach Pass von Brandon Biro schlenzt Eric Uba die Scheibe hinter Eriksson rein. Nächster Doppelpack am heutigen Abend. Minute 48: Lebenszeichen von den WILD WINGS? Thomas Schemitsch zieht von der blauen Linie ab. Minute 50: Aufgeben? Ist nicht. Uvira kämpft sich alleine vors Tor, der Scheel macht die Bude dicht. Minute 51: Die Neckarstädter kämpfen beherzt, aber es ist kein Durchkommen durch die Frankfurter Defensive und genau: Adam Scheel. Minute 52: Philip Feist schlängelt sich über zwei Drittel durch die Frankfurter. Kein Tor! Minute 53: Raunen geht durch die Helios Arena, Ortega vergibt denkbar knapp. Minute 54: Valk auf Schemitsch, aber wieder ist Adam Scheel wachsam. Minute 60: Ein letzter Bully vor dem Frankfurter Tor, doch die Ergebniskosmetik bleibt aus.
Die Wisehockey Stats.
Die Stimme zum Spiel.
Mirko Höfflin „Na ja, schon auf jeden Fall enttäuschend. Wir haben das erste Heimspiel, das erste Spiel hier in der neuen Halle, und das ist auf jeden Fall nicht das Ergebnis, mit dem wir rausgehen wollen. Wir haben über weite Strecken ganz ordentliches Eishockey gespielt. Aber gut, wenn man kein Tor schießt, wird’s schwierig. Und in den Special Teams haben wir dann auch deutlich den Kürzeren gezogen.“
Die Bildergalerie.
Der Ausblick.
Weiter geht es für die WILD WINGS bereits am Sonntagnachmittag in Augsburg. Auch die Panther sind mit einer Niederlage in die neue Spielzeit gestartet und mussten sich am Freitagabend den Nürnberg Ice Tigers mit 1:4 geschlagen geben. Damit treffen im Curt-Frenzel-Stadion zwei Mannschaften aufeinander, die sich ihren Auftakt anders vorgestellt hatten. Für die Neckarstädter bietet sich dort die erste Gelegenheit, die guten Phasen aus dem Frankfurt-Spiel in Zählbares umzumünzen und die ersten Punkte der neuen Saison einzufahren.