Die Neckarstädter kommen gegen den HCAP nach frühem Rückstand zurück, gleichen durch Thomas Schemitsch aus und haben anschließend mehrfach die Führung auf dem Schläger.
Es war ein Testspiel, das seinen freundschaftlichen Charakter zunehmend ablegte. Im Thomas Domenig Stadion von Chur lieferten sich die WILD WINGS und der HC Ambrì-Piotta einen intensiven Schlagabtausch, in dem Schwenningen nach einem unglücklichen frühen Rückstand immer besser in die Partie fand. Joacim Eriksson hielt seine Mannschaft mehrfach im Spiel, ehe Thomas Schemitsch zu Beginn des Schlussdrittels den verdienten Ausgleich erzielte. Danach waren die WILD WINGS dem Führungstreffer mehrfach nahe, scheiterten jedoch immer wieder am starken Gilles Senn. Als die Partie bereits auf die Schlussphase zusteuerte, schlug Ambrì zu: André Heim brachte den HCAP erneut in Führung. Die WILD WINGS versuchten anschließend im 6-gegen-5 alles, konnten den erneuten Ausgleich jedoch nicht mehr erzwingen. Grassi setzte mit dem Empty-Net-Treffer den Schlusspunkt unter einen Abend, an dem Schwenningen trotz der Niederlage viele gute Ansätze zeigte.
5′ | P. Kodytek #91 58′ | A. Heim #44 60′ | D. Grassi #12
Fulltime
3 : 1
Zuschauer 737 Thomas Domenig Stadion
42′ | T. Schemitsch #62
Der Spielverlauf.
1. Drittel: Ambrì erwischte den etwas aktiveren Start und prüfte Joacim Eriksson bereits früh. Nach dem ersten Schwenninger Abschluss dauerte es nicht lange bis zur Führung der Tessiner: Petr Kodytek brachte die Scheibe in Richtung Tor, die unglücklich hinter Eriksson landete. Der Schwenninger Schlussmann hatte die Fanghand zwar noch auf dem Puck, doch ohne Videobeweis blieb es beim 1:0 für den HCAP. Die WILD WINGS suchten anschließend zunehmend den Weg nach vorne, während Eriksson vor allem in Unterzahl mehrfach gefordert war. Gegen Ende des Drittels kam Schwenningen seinem Ausgleich immer näher. Thomas Schemitsch hatte nach starker Vorarbeit von Philip Feist schließlich die bis dahin beste Gelegenheit, doch Gilles Senn blieb Sieger.
2. Drittel: Die WILD WINGS erhöhten den Druck und kamen immer wieder gefährlich vor das Tor der Tessiner. Boaz Bassen hatte nach einem versprungenen Puck das lange Eck praktisch offen, doch Senn reagierte stark. Auch nach einer Kombination von Alexander Karachun und Curtis Valk fehlte nicht viel zum Ausgleich. Schwenningen arbeitete mit viel Körper und hielt dagegen, musste zwischenzeitlich allerdings eine doppelte Unterzahl überstehen. Die Mannschaft verteidigte diese schwierige Phase mit großer Konsequenz und ließ trotz 5-gegen-3 keinen zweiten Treffer zu. Offensiv blieb insbesondere Håkon Hänelt auffällig, der gleich mehrfach am starken Senn scheiterte. Die Partie wurde intensiver und körperlicher – die Entscheidung aber blieb vertagt.
3. Drittel: Dann fiel endlich der Ausgleich: Thomas Schemitsch vollendete in der 42. Minute nach Vorarbeit von Reed Lebster zum 1:1. Die WILD WINGS wollten das Momentum sofort nutzen und kamen auch im anschließenden Powerplay zu guten Möglichkeiten. Mit zunehmender Spieldauer wurde die Partie wilder, während Schwenningen in Unterzahl erneut sehr stabil stand. Vor allem Austin Ortega sorgte immer wieder für Gefahr und hatte mehrfach den Führungstreffer auf der Kelle. Doch Gilles Senn hielt Ambrì im Spiel. Als die Schweizer in der Schlussphase selbst noch einmal Druck entwickelten, fiel schließlich das 2:1: André Heim brachte den HCAP in der 58. Minute erneut nach vorne. Eriksson machte anschließend Platz für einen sechsten Feldspieler, doch auch Uviras Versuch verfehlte das Tor knapp. Grassi nutzte die offene Schwenninger Defensive wenige Sekunden vor Schluss zum 3:1 ins leere Tor.
Die Highlights.
Minute 3: Erste Chance für den HCAP. Eriksson muss zum ersten Mal eingreifen – doch bei ihm ist die Scheibe ist sicher. Minute 4: Nach gewonnenem Bully im gegnerischen Drittel kommen die WILD WINGS zu ihrem ersten Abschluss. Minute 6: Führung für Ambri – dabei landet die Scheibe unglücklich hinter Eriksson. Die Schwenninger Nummer 60 hat zwar die Fanghand drauf, jedoch gibt es hier keinen Videobeweis. Somit steht es 1:0 für den HCAP. Torschütze ist die Nummer 91, Petr Kodytek. Minute 7: Nächste Chance für die WILD WINGS durch Niklas Hübner, der heute auf dem Flügel agiert. Minute 8: Feist kreiselt vor dem gegnerischen Tor, jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Minute 10: Starker Save von Eriksson im Powerplay der Tessiner. Minute 15: HCAP am Drücker, aber Karachun startet den Gegenstoß, wird jedoch von Gilles Senn gestoppt. Minute 16: Das Abtasten ist längst vorbei. Erneut in Unterzahl pariert Eriksson abermals und die Scheibe springt ins gegnerische Drittel Minute 18: Die Blau-Weißen Neckarstädter holen sich die Scheibe im eigenen Drittel und kreieren eine Möglichkeit über das kurze Eck – ohne Erfolg. Minute 20: Riesenchance durch Thomas Schemitsch – die bisher beste Aussicht auf den Ausgleich für die WILD WINGS. Feist mit starker Vorarbeit!
Minute 22: Valk auf Schemitsch – doch die Scheibe geht am Tor vorbei. Minute 23: Nächster Konter des HCAP, aber ohne nachhaltige Wirkung. Minute 24: Riesenchance für Bo Bassen, das lange Eck war frei aber Goalie Gille Senn ist da. Unglücklich, dass sich die Scheibe kurz zuvor aufstellt. Minute 26: Alexander Karachun bedient Curtis Valk – noch dürfen die lautstarken WILD WINGS Fans nicht jubeln. Minute 27: Brandgefährlich! Ein Schemitsch-Schuss wird zweimal abgefälscht – Hänelt scheitert knapp. Minute 30: Die WW ringen um die Scheibe und spielen mit viel Körper. Minute 33: Klasse Rettungsaktion, aber nun die nächste Strafzeit für die WW. Martinsson muss wegen Spielverzögerung ebenfalls auf die Strafbank. Nun im 5 vs. 3 für Ambri. Minute 34: Die Mannschaft schlägt sich wacker, wilder Swinger von Michael Joly über die Scheibe. Ein Angriff wird von Schemitsch abgewehrt und die WILD WINGS überstehen so die doppelte Unterzahl. Minute 38: Wieder Hänelt … und wieder scheitert er an Gilles Senn.
Minute 42: TOOOR durch Thomas Schemitsch nach Vorarbeit von Reed Lebster – der Ausgleich ist da! Minute 44: Die WILD WINGS versuchen durch das gewonnene Momentum gleich nachzulegen, scheitern jedoch knapp. Minute 45: Überzahl für die Schwaben und wieder sorgt Schemitsch für Gefahr. Minute 48: Gerangel vor dem Tor, hier sind sich Dominik Bittner und sein Gegenspieler alles andere als einig – das Spiel wird hitziger. Minute 51: Im 5 vs. 4 kann Ambri keine nennenswerte Chance kreieren – Unterzahl der Schwenninger sehr stabil. Minute 52: Austin Ortega versucht sich, doch die Scheibe ist sicher in Senns Fanghandschuh. Minute 53: Nächste richtig dicke Chance nach schönem Zusammenspiel von Valk und Ortega, doch der Puck wird wieder von Senn abgewehrt. Minute 56: Nächster toller Abschluss von Austin Ortega, doch er kann sich nicht belohnen Minute 58: Ambri wieder am Drücker, doch mehrere Schüsse aufs Tor kommen zunächst nicht durch. Doch dann erzielt die Nummer 44 André Heim die erneute Führung für den HCAP. Minute 58: Eriksson verlässt das Eis – nun wird alles reingeworfen für einen Test des 6 vs. 5. Minute 60: Noch wenige Sekunden auf der Uhr, Abschluss durch Uvira, doch der Puck streift knapp am Tor vorbei. Schade! Minute 60: Empty-Netter für Ambri durch Grassi, wenige Sekunden später markiert die Sirene das Spielende.
Die Stimme zum Spiel.
Steve Walker „Ich glaube, wenn wir beim ersten Tor die Möglichkeit gehabt hätten, per Video draufzuschauen, hätten wir wahrscheinlich eine Challenge genommen. Die Fanghand wurde in Richtung Tor gedrückt und wir haben versucht, den Puck irgendwie freizubekommen. Aber gut, das ist für uns die Vorbereitung. Insgesamt fand ich, dass wir im ersten Drittel einen wirklich guten Job gemacht haben, gerade auch beim Unterzahlspiel, wo wir einige Strafen wegkillen mussten. Im zweiten Drittel haben wir dann, finde ich, ein bisschen nachgelassen. Fünf gegen fünf sind wir danach wieder besser geworden. Ich hatte das Gefühl, dass wir auch ein paar Mal das Momentum auf unsere Seite bringen konnten. Es war einfach so ein Spiel, das sehr stark von den Special Teams geprägt war. Es war schwierig, jeden Spieler wirklich ins Spiel zu bekommen und konstant Offensive zu erzeugen. Viele Reihen und Aktionen wurden auseinandergerissen, viele Wechsel wurden unterbrochen und es gab einfach sehr viele Strafen. Insgesamt denke ich aber, dass es ein ziemlich gutes Spiel von uns war. Das Penalty Killing hat einen guten Job gemacht, das Goaltending war wirklich solide und wir hatten einige richtig gute Möglichkeiten, um das Spiel zu gewinnen. Am Ende war es dann einfach ein unglücklicher Fehler: Wir geben bei einem Wechsel einen Breakaway her – genau diese Situationen haben wir eigentlich trainiert, gerade die schnellen Wechsel.“
Der Ausblick.
Back-to-Back für die WILD WINGS in Chur. Morgen wartet ab 17 Uhr das Duell mit dem Gastgeber vor wahrscheinlich ähnlich stimmungsvoller Kulisse im Thomas Domenig Stadion.