Noch ohne Sieg aber mit der Gewissheit nicht chancenlos zu sein.
So eine „Best-of-Seven“-Serie fühlt sich ja schon so ein bisschen an wie ein gutes Buch. Viele Kapitel werden geschrieben, in denen die Charaktere immer wieder neue Seiten von sich zeigen. Mit Spiel 1 in der Helios Arena gestern haben wir also die ersten Seiten beider Teams zu Gesicht bekommen und gerade die Leistung der WILD WINGS nötigte nicht nur im eigenen Umfeld großen Respekt ab.
„Wir haben es wirklich gut gemacht und konnten immer wieder Druck ausüben, was uns einige Zeit in ihrer Zone verschafft hat. Und auch defensiv haben wir fast alles richtig gut verteidigt. Umso unglücklicher ist dann, wie das Tor mit dem Schuss von oben fällt“, gibt Mirko Höfflin genau das wieder, was den Allermeisten nicht verborgen blieb. Schwenningen scheint in dieser Serie eigene Akzente setzen zu können, auch wenn es natürlich noch Luft nach oben gibt. So müsse es noch besser gelingen, Janne Juvonen im Tor der Rheinländer zu fordern – mit mehr Traffic und Präzision im Abschluss.
Auf der anderen Seite haben auch die Haie gezeigt, wie schwer sie zu bespielen sind. Gerade die physische Präsenz über alle drei Zonen, aber besonders vor dem eigenen Tor war beeindruckend. „Es ist hart sich gegen sie in die gefährlichen Bereiche vorzuspielen, aber das ist genau das, was wir versuchen müssen. Wir hatten genug Chancen und gerade einige gefährliche Tips vor dem Tor. Wenn wir es schaffen dort mehr zu generieren wird und das helfen. Dennoch müssen wir uns darauf einstellen, dass es auch weiterhin Spiele geben kann, in denen es keine Vielzahl an Möglichkeiten für uns geben wird“, versucht Steve Walker möglich Optimierungen zu skizzieren. Ausdrücklich gelobt hat er das Aufbauspiel seines Teams und sieht darin einen weiteren Schlüssel zum Erfolg. Wenn es gelingt den Puck und damit die Kölner zu bewegen, könnten sich daraus weitere Plays kreieren, die in schnellen Gegenangriffen münden. Deshalb sei es vielleicht gar kein Nachteil, dies auf der größeren Eisfläche der Lanxess Arena in die Tat umzusetzen.
Warten wir also ab, was uns das nächste Kapitel des Viertelfinal-Buches zu bieten hat. Tendenziell befinden wir uns ja schon jetzt im Bereich eines Thrillers – hoffentlich mit einer nächsten Wendung zu Gunsten der WILD WINGS.
Der Gegnercheck.
Die Sorge von Kari Jalonen, sein Team würde mit Startschwierigkeiten aus der 10-tägigen Wettkampfpause kommen war unbegründet. „Ich habe von Anfang an gemerkt, dass wir die richtige Herangehensweise haben und unseren Plan umsetzen werden. Dennoch war es ein enges Spiel, was auch an zwei herausragenden Torhütern lag“, so der finnische Maestro hinter der Haie Bande. Sein Team konnte sich wieder einmal auf Juvonen im Tor verlassen und hatte beim Schuss von Oliwer Kaski den „Lucky Punch“ – in einem Duell, das einem Schwergewichtskampf über 12 Runden gleichkam. „Es war nur der erste Sieg in der Serie, wir werden nun Video schauen und sicher noch Verbesserungspotenzial finden“, führte Jalonen auf der gestrigen Pressekonferenz weiter aus.
Die Teamnews.
Diese Rubrik werden wir auch in den kommenden Tagen wohl nur spärlich füllen können. Beide Seiten scheinen kaum Informationen zum Personal preisgeben zu wollen – wieso auch!? So reiste heute der komplette WILD WINGS-Tross in Richtung Domstadt ab, wo morgen noch ein Pregame-Skate anstehen wird.
Die Ticketinformationen.
Das zweite Viertelfinale steigt wie bereits erwähnt morgen ab 19:30 Uhr vor über 18.100 Zuschauern in der Kölner Lanxess Arena – wobei im Vorfeld nur ein extrem kleines Kontingent von 361 Plätzen an den Schwenninger Anhang ging. Bei über 800 Ticketanfragen, die auf der anderen Seite bei den Fanbeauftragten der Neckarstädter eingegangen sind, ein äußerst bedauerlicher Umstand.
Zwei Auswärtssiege und zwei Heimerfolge gab es zum Start in das Viertelfinale. Torreich war es dabei auch – zumindest fast überall.
Der Sendeplan.
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