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Krischan Läubin
07.11.2026 12:00

Dabei zu sein, wäre für mich ein Traum

Niclas Hempel ist mit der U20-Nationalmannschaft in Finnland unterwegs und möchte sich bei drei Testspielen für die Weltmeisterschaft Ende Dezember empfehlen.

Im Interview spricht der 19-jährige Verteidiger über seine bisherigen Erfahrungen im deutschen Nationaltrikot, die Entwicklung bei den WILD WINGS und seine persönlichen Ziele für die kommenden Wochen.

Niclas, das erste von drei Testspielen in Finnland liegt bereits hinter euch. Nimm uns doch mal mit: Wie ist die Partie gelaufen, wie hast du die Mannschaft erlebt und wie zufrieden bist du mit deiner eigenen Leistung?

Wir haben leider mit 1:7 gegen Finnland verloren. Eigentlich hatten wir einen recht guten Start, die ersten zehn Minuten waren wirklich gut. Dann haben wir aber unnötige Strafen genommen und, ich glaube, vier Gegentore in Unterzahl bekommen. Das hat uns ein bisschen das Spiel gekostet. Im zweiten Drittel sind wir wieder gut aus der Kabine gekommen, hatten viel Scheibenbesitz und konnten ordentlich Druck machen. Aber dann haben wir erneut unnötige Strafen genommen und auch unglückliche Gegentore kassiert. Wir haben die Rebounds vor unserem Tor nicht gewonnen, die Scheiben sind immer wieder auf den Schlägern der Finnen gelandet. Dadurch haben wir es ihnen teilweise zu einfach gemacht. Daran müssen wir in den nächsten Tagen arbeiten und vor unserem eigenen Tor stärker werden. Mit meiner persönlichen Leistung bin ich für das erste Spiel eigentlich zufrieden. Trotzdem weiß ich, dass ich in den nächsten Spielen noch einen Schritt nach vorne machen muss.

Du bist gerade einmal 19 Jahre alt und das Eishockey hat dich schon an einige spannende Orte gebracht. Wenn du jetzt in Finnland auf dem Eis stehst, denkst du manchmal darüber nach, was du durch deinen Sport schon alles erleben durftest?

Ja, klar. Gerade mit der Nationalmannschaft merkt man, wie viel man durch das Eishockey herumkommt. Hier in Vierumäki bin ich jetzt zum zweiten Mal. Ich glaube, das war damals mit der U16 meine erste Maßnahme im Ausland. Da waren wir auch schon hier. Wenn man jetzt zurückkommt, denkt man schon ein bisschen darüber nach. Hier hat für mich mit der Nationalmannschaft eigentlich alles angefangen. Seitdem waren wir unter anderem in Edmonton und Dallas. Das sind einfach Orte, an die man nicht alle Tage kommt. Da reflektiert man schon manchmal, was man durch das Eishockey alles erleben durfte.

Das Trikot mit dem Bundesadler zu tragen, ist für viele junge Spieler etwas ganz Besonderes. Was bedeutet es dir persönlich, Deutschland auf internationaler Bühne vertreten zu dürfen?

Das ist eine Riesenehre. Ich glaube, für jeden hier ist es etwas ganz Besonderes, den Bundesadler auf der Brust tragen zu dürfen. Das ist nicht selbstverständlich und das weiß auch jeder von uns. Ich sehe es als großes Privileg und gebe immer mein Bestes, um Deutschland so gut wie möglich zu vertreten.

Ende Dezember steht die U20-Weltmeisterschaft an. Ein Turnier, bei dem schon viele der größten Namen des Eishockeys auf sich aufmerksam gemacht haben. Wie groß ist dein Wunsch, dort dabei zu sein, und wie gehst du mit der Situation um, dich bei diesem Lehrgang noch einmal empfehlen zu wollen?

Die U20-Weltmeisterschaft ist in dieser Saison auf jeden Fall eines meiner größten Ziele. Ich glaube, das ist die größte internationale Bühne, die man im Nachwuchseishockey haben kann. Deswegen werde ich bei diesem Lehrgang alles geben, in jedem Spiel. Ich möchte mich sowohl taktisch als auch individuell weiter verbessern und mich bestmöglich für die Weltmeisterschaft empfehlen. Dort dabei zu sein, wäre für mich eine Riesenehre und ehrlich gesagt auch ein Traum. Dafür werde ich alles geben.

Auch in Schwenningen war in den ersten Saisonwochen einiges los für dich. Du hast mehrere Einsätze in der PENNY DEL bekommen, wurdest dabei vor allem als Stürmer eingesetzt und konntest in Ravensburg wichtige Spielminuten sammeln. Wie bewertest du deine persönliche Entwicklung in dieser Saison bislang?

Ich glaube, ich habe einen guten Schritt nach vorne gemacht. Ich merke, dass mir der Sommer gutgetan hat und ich auch aus der vergangenen Saison viele Erfahrungen mitnehmen konnte. Das waren wichtige Erfahrungen, die ich bislang ganz gut in dieser Saison umsetzen konnte. Aber ich will natürlich noch mehr und versuchen, die Dinge noch besser umzusetzen.

Die ersten Wochen sind für die WILD WINGS sportlich nicht ganz so verlaufen, wie sich das alle vorgestellt hatten. Du erlebst die Mannschaft als junger Spieler aus einer besonderen Perspektive. Wie hast du den Zusammenhalt innerhalb der Kabine wahrgenommen und wie unterstützen dich die erfahrenen Jungs gerade in solchen Phasen?

Die Jungs unterstützen mich wirklich sehr. Ich fühle mich in der Mannschaft sehr gut aufgehoben. Sie helfen mir, wenn mal etwas nicht so gut läuft, und unterstützen mich genauso, wenn etwas gut funktioniert. Das ist für mich natürlich sehr wichtig. Ich glaube auch, dass wir insgesamt einen guten Teamzusammenhalt haben. Es ist keine einfache Situation, in der wir uns gerade befinden, aber wir halten gut zusammen. Wir arbeiten im Training daran und sprechen viel darüber, was wir verbessern müssen. Ich glaube, dass uns dieser Zusammenhalt sehr helfen wird. Zuletzt haben wir auch wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Jetzt müssen wir schauen, dass wir uns in der Tabelle wieder nach oben arbeiten und das Eishockey spielen, das wir eigentlich spielen wollen.

Du bist gelernter Verteidiger, hast in Schwenningen aber auch im Sturm gespielt. Was nimmst du aus diesen unterschiedlichen Rollen mit? Hilft dir dieser Perspektivwechsel vielleicht sogar dabei, dein Spiel insgesamt weiterzuentwickeln?

Ja, ich glaube schon, dass mir das hilft. Es ist auf jeden Fall nicht schlecht, beide Positionen spielen zu können. Man sieht viele Situationen ganz anders und versteht dadurch vielleicht auch manche Abläufe besser. Wenn ich als Verteidiger zum Beispiel schon weiß, welchen Weg ein Stürmer wahrscheinlich gehen wird, kann ich die Scheibe entsprechend spielen und das Spiel schneller machen. Gerade für mich in meinem jungen Alter, jetzt in meinem zweiten Jahr in der DEL, bringt das sehr viel. Ich kann das Spiel aus unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen und möglichst viele Erfahrungen mitnehmen.

Zwischen dem Traum von der U20-Weltmeisterschaft und den kommenden Aufgaben mit den WILD WINGS liegt eine spannende Zeit vor dir. Was hast du dir für die nächsten Wochen persönlich vorgenommen und was wünschst du dir für die Mannschaft?

Für die Mannschaft wünsche ich mir vor allem, dass wir uns in der Tabelle wieder nach oben arbeiten. Meiner Meinung nach gehören wir nicht dorthin, wo wir gerade stehen. Wenn man sieht, wie wir spielen können und wie wir teilweise auch schon gespielt haben, dann merkt man, dass deutlich mehr in uns steckt. Ich wünsche mir, dass wir wieder in einen besseren Rhythmus kommen und weiterhin so viel Unterstützung von unseren Fans erhalten. Für mich persönlich ist wichtig, dass ich konstant gute Leistungen bringe, an meinen Standards festhalte und diese auch immer wieder erhöhe. Ich möchte mich selbst weiter herausfordern, besser werden und mein Spiel auch während der Saison weiter verbessern und verfeinern. Damit ich der Mannschaft bestmöglich helfen und meinen Teil dazu beitragen kann.

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