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Krischan Läubin
08.10.2026 16:30

Schritt für Schritt

Nach dem schwierigen Saisonstart richten die WILD WINGS den Blick konsequent nach vorne. In Köln und zu Hause gegen München sollen kleine Erfolgserlebnisse wieder zu Konstanz und schließlich zu Punkten führen.

Analysiert wurde genug. Aus allen Blickwinkeln, wie Alexander Karachun sagt. Was in den ersten Wochen dieser Saison nicht funktioniert hat, lässt sich ohnehin nicht mehr verändern. Entscheidend ist, was die WILD WINGS daraus machen. Und deshalb richtet sich der Blick vor den Spielen in Köln und gegen München nicht mehr zurück, sondern konsequent nach vorne. „Was war oder wie es war, müssen wir jetzt nicht noch einmal durchkauen. Das hat jeder aus allen Blickwinkeln analysiert“, sagt Karachun. Viel wichtiger sei nun die Erkenntnis, dass die Mannschaft bereits gezeigt habe, „dass wir gutes, starkes Eishockey spielen können. Jetzt müssen wir es nur noch konsistent machen – und von der ersten Minute an.“

Der Ansatz für dieses Wochenende klingt dabei beinahe unspektakulär: nicht an das große Ganze denken, sondern an den nächsten Wechsel. Den nächsten gewonnenen Zweikampf. Die nächste gute Aktion. Und daraus Stück für Stück wieder jenes Momentum entwickeln, das der Mannschaft bislang zu selten über längere Phasen gelungen ist. „Wenn du in so einer Phase steckst und offensiv oder defensiv mit dem Selbstvertrauen kämpfst, müssen wir uns auf die kleinen Duelle konzentrieren, die wir gewinnen“, erklärt Headcoach Steve Walker. Als Orientierung dient ihm dabei vor allem die zweite Hälfte der Partie gegen Straubing. Nach einem 0:3-Rückstand steigerten sich die WILD WINGS, fanden zunehmend zu ihrem Spiel und entschieden das Schlussdrittel mit 2:1 für sich.

Nicht den ganzen Berg auf einmal. Alexander Karachun, der nach seiner Verletzung zuletzt wieder ins Team zurückgekehrt ist, findet für die aktuelle Situation ein ziemlich passendes Bild. „Wenn man den Mount Everest besteigt, sieht man auch nicht nur die 8.000 Meter vor sich. Man geht Stück für Stück, 100 Meter in Stufen und durch verschiedene Lager. Und genauso müssen wir die Sache jetzt angehen.“

Für Karachun steckt trotz der Ergebnisse einiges in der Mannschaft, worauf sich aufbauen lässt. Gerade den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft hebt Karachun hervor. Trotz der sportlich schwierigen Situation gebe es intern keine Risse. Stattdessen arbeiteten Mannschaft und Trainerteam gemeinsam daran, Lösungen zu finden. Dass die Stimmung rund um das Team angesichts der Ergebnisse eine andere ist, nimmt der 31-Jährige dennoch wahr. Erfolg schaffe Selbstvertrauen, fehlender Erfolg mache es schwieriger. Deshalb wolle die Mannschaft momentan bewusst nicht mehrere Wochen vorausdenken. „Von Spiel zu Spiel, von Wechsel zu Wechsel, von Drittel zu Drittel“, lautet Karachuns Ansatz.

Momentum entsteht im Kleinen. Genau dort setzt auch Walker an. „Momentum“ sei das Wort gewesen, das er in dieser Trainingswoche wohl am häufigsten verwendet habe. Dabei müsse es nicht immer das Tor oder der gewonnene Spielabschnitt sein. Ein guter Wechsel, ein geblockter Schuss oder ein gewonnener Zweikampf könnten bereits der Ausgangspunkt sein.

Im Training ging es deshalb erneut intensiv um Situationen, in denen Schwenningen zuletzt unnötig Zeit und Raum verloren hatte. Walker nennt beispielhaft das Puckmanagement: Statt Scheiben tief zu bringen und den eigenen Forecheck zu etablieren, habe die Mannschaft teilweise wieder abgedreht und sich damit selbst gezwungen, erneut über das gesamte Eis aufzubauen. Die grundsätzliche Idee soll deshalb nicht verändert, sondern konsequenter umgesetzt werden. „Wir machen viele gute Dinge in unseren Spielen. Es geht darum, sie konstant zu machen“, sagt Walker. Gerade mit zahlreichen neuen Spielern brauche es in schwierigen Phasen umso mehr Klarheit in System und Struktur.


Der Gegnercheck.

Mit Köln wartet am Freitagabend ein Gegner, an den die WILD WINGS aus der vergangenen Saison besondere Erinnerungen haben. Das Duell in der LANXESS arena ist die erste Neuauflage des letztjährigen Viertelfinals.

Die Haie gehen mit reichlich Spielpraxis in die Partie. Erst am Mittwochabend besiegte Köln Herning Blue Fox in der Champions Hockey League mit 3:0 und feierte damit den fünften Sieg im fünften CHL-Spiel. In der DEL lief es zuletzt wechselhafter: Auf die 2:4-Heimniederlage gegen München folgte ein 6:3-Auswärtserfolg in Ingolstadt.

Walker erwartet eine große, physisch starke Mannschaft mit viel offensiver Qualität. Einen Bereich hebt der Schwenninger Headcoach besonders hervor: das Kölner Powerplay. Entsprechend wichtig wird es sein, von der Strafbank fernzubleiben.

Gleichzeitig sieht Walker Möglichkeiten für seine Mannschaft. Schwenningen habe in der Vergangenheit auch ohne entsprechende Ergebnisse immer wieder gute Phasen im Fünf-gegen-Fünf gegen die Haie gehabt. Entscheidend sei deshalb weniger, was Köln anbietet, sondern ob die WILD WINGS ihr eigenes Spiel endlich über 60 Minuten durchziehen können.

„Es ist eine sehr gute Mannschaft und zu Hause sind sie stark. Das wird eine Herausforderung“, sagt Walker. „Aber im Moment geht es für uns mehr um uns selbst, um unser Spiel und darum, es 60 Minuten lang zu spielen.“

Am Sonntag wartet in der Helios Arena die nächste anspruchsvolle Aufgabe. München hat nach sechs Spielen Fahrt aufgenommen und zuletzt erstmals ein Sechs-Punkte-Wochenende gefeiert. Dabei gab es zweimal dasselbe Ergebnis: zunächst ein 4:2 in Köln, anschließend ein 4:2 gegen Augsburg. Fünf der ersten sechs Saisonspiele beendeten die Red Bulls damit mit mindestens einem Punkt und arbeiteten sich in die Top Vier vor.

Auffällig war zuletzt insbesondere die Stärke der Special Teams. Sowohl in Köln als auch gegen Augsburg funktionierten Über- und Unterzahl, gegen die Panther machten die Special Teams laut Münchens eigener Analyse letztlich den Unterschied.

Unter ihrem Headcoach Oliver David verfügt München zudem über einen prominent verstärkten Kader. Unter anderem kamen Dominik Kahun, Elis Hede, Lucas Thaler sowie die Verteidiger Lukas Klok und Trevor Carrick neu hinzu.

Bevor die Red Bulls am Sonntag nach Schwenningen kommen, wartet am Freitagabend zunächst das Heimspiel gegen Ingolstadt. Für die WILD WINGS wird damit auch im zweiten Spiel des Wochenendes gelten, was Walker für die aktuelle Situation ohnehin zur obersten Maxime erklärt hat: weniger auf den Gegner schauen und mehr darauf, das eigene Spiel konsequent auf das Eis zu bringen.


Die Teamnews.

Auch personell hält sich das Trainerteam vor dem Wochenende noch einige Optionen offen. Fest steht bislang lediglich die Besetzung im Tor: Joacim Eriksson wird am Freitag in Köln beginnen. Darüber hinaus reisen alle verfügbaren Spieler mit in die Domstadt. Eine bewusste Entscheidung, wie Walker erklärt. Gerade in der aktuellen Phase sei es wichtig, dass die gesamte Mannschaft bei jedem Training, jeder Videoeinheit und jeder Besprechung eingebunden ist. Bei der Zusammenstellung des Lineups sucht das Trainerteam weiterhin nach der richtigen Mischung aus Chemie, Konstanz und Balance. Auch die Qualitäten des jeweiligen Gegners spielen dabei eine Rolle. Gegen die körperlich starken Kölner und ihr gefährliches Powerplay soll jene Formation aufs Eis, die aus Sicht des Trainerteams die besten Voraussetzungen für einen Erfolg mitbringt.

Die Ticketinformationen.

Für das Sonntags-Heimspiel gibt es im ONLINETICKETSHOP noch Karten im freien Verkauf. Das Stadion öffnet ab 14:45 Uhr für Dauerkarteninhaber bzw. um 15:00 Uhr für Inhaber eines Einzeltickets – Spielbeginn ist um 16:30 Uhr.

Der Sendeplan.

LIVETV: Alle Spiele der PENNY DEL live bei MAGENTA SPORT

LIVETICKER: Über die App erreichbar

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FULLTIME: Ergebnis und Spielbericht gibt es auf der Homepage und Videohilights auch auf WILDWINGS.TV


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