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Krischan Läubin
01.10.2026 17:30

Als Einheit agieren

Vor den Duellen in Nürnberg und gegen Straubing wollen die WILD WINGS zurück zu ihrer Identität finden – und vor allem als Einheit konstanter werden.

Zurück zur eigenen Identität. Vier Spiele liegen hinter den WILD WINGS, vier Spiele, die genügend Material für eine intensive Trainingswoche geliefert haben. Auf den ersten Saisonsieg in Wolfsburg folgte in Krefeld eine Partie, in der die Mannschaft nur phasenweise an die Leistung zwei Tage zuvor anknüpfen konnte. Entsprechend lag der Fokus in den vergangenen Tagen weniger auf den kommenden Gegnern als auf dem eigenen Spiel. „In Wolfsburg haben wir ein ziemlich solides Spiel gemacht. In Krefeld sahen wir dann phasenweise einfach nicht wie wir selbst aus“, sagt Headcoach Steve Walker. Vor allem im Forecheck sei seine Mannschaft zu passiv geworden. Dadurch habe man dem Gegner zu viele kontrollierte Eintritte ermöglicht und anschließend zu viel Zeit in der eigenen Zone verbracht. Die Konsequenz: zurück zur eigenen Identität und die Dinge wieder einfacher machen. Viel Video, viele Gespräche und viele Details bestimmten deshalb die Trainingswoche. „Die Spieler waren großartig und haben viele gute Fragen gestellt. Ich glaube, wir sind als Gruppe gewachsen“, sagt Walker. Entscheidend sei nun, dieses gemeinsame Verständnis auch auf das Eis zu bringen.

Wissen, was der andere macht. Ein Wort fällt dabei immer wieder: Vertrauen. Gemeint ist weniger ein abstraktes Gefühl innerhalb der Mannschaft als vielmehr etwas sehr Konkretes auf dem Eis. Jeder Spieler soll wissen, welche Aufgabe der Nebenmann übernimmt und sich darauf verlassen können. „Wenn ein Spieler in einen Zweikampf geht oder als F1 in den Forecheck, müssen wir genau wissen, was er tun wird, anstatt darüber zu spekulieren“, erklärt Walker. Nur so könne Schwenningen wieder konsequent als Fünf-Mann-Einheit auftreten. Genau dort setzt auch Alex Trivellato an. „Wir haben uns diese Woche wirklich viel darüber unterhalten, was wir für ein Team sein wollen und was unsere Identität über die Jahre immer war“, sagt der Verteidiger. Der Forecheck spiele dabei eine zentrale Rolle. Gegen Wolfsburg habe das bereits über weite Strecken funktioniert, in Krefeld sei die Mannschaft davon wieder abgekommen. Gerade die Spieler, die bereits länger in Schwenningen sind, seien nun gefragt. „Wir versuchen den neuen Jungs mitzugeben, was unser Ziel auf dem Eis sein soll, damit wir diese Mannschaftsleistung wieder aufs Eis bringen.“

Als Einheit verteidigen. Dass es dabei nicht allein um die Offensive geht, zeigen die bislang 20 Gegentore. Für Trivellato liegt ein entscheidender Ansatzpunkt im Zusammenspiel der gesamten Mannschaft. Die WILD WINGS müssten wieder konsequenter als Fünf-Mann-Einheit agieren und über das gesamte Eis die notwendige Intensität entwickeln. „Auch in unserer Verteidigung müssen wir schneller am Mann sein und vielleicht ein bisschen einfacher spielen“, erklärt der Verteidiger. Gerade in einer Phase, in der noch nicht alles ineinandergreift, müsse Eishockey nicht schön sein. „Wichtig ist, dass wir als Einheit agieren und jeder weiß, was er macht. Dann werden wir das schon wieder in den Griff bekommen.“

Konstanz – Wechsel für Wechsel. Der erste Gegner des Wochenendes bringt reichlich Selbstvertrauen mit. Nürnberg ist stark in die Saison gestartet und steht nach fünf Partien bei 19 erzielten Treffern. Erst am vergangenen Sonntag mussten sich die Ice Tigers erstmals geschlagen geben: Straubing setzte sich in Nürnberg mit 3:2 nach Penaltyschießen durch. Walker sieht eine Mannschaft, die ihre Möglichkeiten bislang konsequent nutzt. Viel wichtiger ist für ihn allerdings, was seine eigene Mannschaft am Freitag zeigt. „Für uns geht es dieses Wochenende nicht so sehr um Nürnberg, sondern um uns“, sagt der Headcoach. „Wir müssen wieder zu der Art und Weise zurückfinden, wie wir spielen müssen – egal, ob der Gegner München, Köln oder jemand anderes ist.“ Das entscheidende Stichwort lautet deshalb Konstanz. Von Wechsel zu Wechsel sollen die Abläufe stimmen: beim Bully, in der eigenen Zone, im Forecheck und im Umgang mit der Scheibe. Szenen aus der Vorbereitung, in denen genau das auch gegen starke Gegner funktionierte, dienten in dieser Woche noch einmal als Anschauungsmaterial.

„Diese Konstanz von Wechsel zu Wechsel hat uns bislang gefehlt“, sagt Walker. Und damit landet der Headcoach wieder bei jenem Begriff, der die Woche der WILD WINGS geprägt hat: „Vertrauen in das System und Vertrauen in die eigene Aufgabe.“ Am Freitag in Nürnberg soll genau das wieder sichtbar werden.


Der Gegnercheck.

Die Nürnberg Ice Tigers gehören zu den Mannschaften, die den Start in die neue Spielzeit besonders gut erwischt haben. Nach fünf Partien stehen vier Siege und 19 erzielte Treffer zu Buche. Erst am vergangenen Sonntag kassierte die Mannschaft von Headcoach Mitch O’Keefe beim 2:3 nach Penaltyschießen gegen Straubing ihre erste Niederlage – und nahm auch dabei noch einen Punkt mit.

Dabei deckt sich der bisherige Saisonverlauf durchaus mit Steve Walkers Einschätzung. Nürnberg muss eine Partie nicht über lange Phasen dominieren, um gefährlich zu werden. Die Ice Tigers nutzen ihre Möglichkeiten bislang konsequent und verfügen über mehrere Spieler, die Situationen schnell in Tore ummünzen können. Schon beim 4:1 zum Auftakt gegen Augsburg zeigte sich diese Qualität: Nach ausgeglichenem Beginn entschied Nürnberg die Partie mit drei Treffern im Schlussdrittel.

Für die WILD WINGS bedeutet das vor allem: Scheibenverluste und schlechte Entscheidungen im Puckmanagement möglichst vermeiden. Genau jene kontrollierten Gegenangriffe, die Walker zuletzt zu häufig gesehen hatte, können gegen die offensiv effizienten Ice Tigers schnell bestraft werden.

Kurz gesagt: Nürnberg kommt mit Selbstvertrauen und viel offensivem Ertrag. Für Schwenningen wird es darum gehen, dem Gegner möglichst wenig zu schenken und über den eigenen Forecheck selbst die Richtung der Partie vorzugeben.

Bei den Straubing Tigers verlief der Saisonstart genau umgekehrt. Auf ein 2:4 beim Deutschen Meister in Berlin folgte zunächst eine 3:6-Heimniederlage gegen Aufsteiger Krefeld. Die Niederbayern mussten im Sommer neun neue Spieler integrieren und damit einige Veränderungen im Kader auffangen.

Inzwischen scheint die Mannschaft von Headcoach Craig Woodcroft jedoch angekommen zu sein. Das vergangene Wochenende brachte fünf Punkte: Erst bezwang Straubing Ingolstadt zu Hause mit 4:1, anschließend folgte das 3:2 nach Penaltyschießen in Nürnberg.

Im Kader steckt weiterhin reichlich Qualität und Erfahrung. Kapitän Marcel Brandt führt die Mannschaft an, unterstützt von Alex Green und Stefan Loibl. Mit Spielern wie Danjo Leonhardt, Filip Varejcka oder den Neuzugängen um Jamieson Rees verfügt Straubing zudem über verschiedene offensive Optionen.

Bevor die Tigers am Sonntag um 14 Uhr in der Helios Arena antreten, empfangen sie am Freitag noch Bremerhaven am Pulverturm. Die WILD WINGS treffen damit auf einen Gegner, der nach schwierigem Beginn zuletzt deutlich bessere Ergebnisse eingefahren hat.


Die Teamnews.

Personell gibt es vor dem Wochenende gute Nachrichten: Alexander Karachun wird am Freitag in Nürnberg in den Kader zurückkehren. Nach seiner Verletzung absolvierte der Angreifer eine komplette Trainingswoche und ist laut Walker bereit für sein Comeback.

Seine Rückkehr gibt dem Trainerteam zusätzliche Möglichkeiten. Niklas Hübner kann dadurch wieder in die Verteidigung rücken, während Karachun dem Angriff mehr Größe und Intensität verleihen soll. Besonders im Forecheck sieht Walker darin einen wichtigen Faktor. Zudem kehrt mit Karachun eine weitere Option für das bislang noch nicht funktionierende Powerplay zurück. Welcher zusätzliche Verteidiger dafür am Freitag aus dem Line-up rückt, soll erst am Spieltag entschieden werden.

Die Ticketinformationen.

Für den zweiten Heimauftritt der Neckarstädter gibt es im ONLINETICKETSHOP noch Karten im freien verkauf. Das Stadion öffnet am Sonntag ab 12:15 Uhr für Dauerkarteninhaber bzw. um 12:30 Uhr für Inhaber eines Einzeltickets – Spielbeginn ist um 14:00 Uhr.

Der Sendeplan.

LIVETV: Alle Spiele der PENNY DEL live bei MAGENTA SPORT

LIVETICKER: Über die App erreichbar

UPTOACTION: In der Facebook und Instagram Story sowie auf unserem WhatsApp Kanal seht ihr Interviews, Torschützen und vieles mehr

FULLTIME: Ergebnis und Spielbericht gibt es auf der Homepage und Videohilights auch auf WILDWINGS.TV


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