WILD WINGS sind lange Zeit gut im Spiel, können am Ende ihre Chancen aber nicht verwerten.
Am vergangenen Spieltag mussten die Schanzer ihre Tabellenführung an die Adler abgeben. Das Ziel der Ingolstädter stand also fest: an Mannheim dranbleiben bzw. den 1. Platz zurückerobern. Klar war aber auch, dass ihr heutiger Gegner, die WILD WINGS, diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen und sich auf der andere Seite für ihre verlorene Partie am Freitag revanchieren wollten. Nach zuletzt drei Heimspielen in Folge, mussten sich die Neckarstädter auswärts dann aber nach 60 Minuten geschlagen geben.
12′ | R. Barber #37 28′ | D. Schmölz #92 45′ | M. Powell #9 59′ | M. Powell #9 60′ | P. Abbandonato #98
Fulltime
5 : 2
Zuschauer3.927 Saturn Arena
10′ | T. Spink #96 30′ | T. Spink #96
Der Spielverlauf.
Im ersten Drittel agierten beide Mannschaften weitestgehend auf Augenhöhe. Über 20 Minuten hinweg bekamen deshalb beide Fanlager einige gute Offensivaktionen zu sehen, weshalb die Partie einen hohen Unterhaltungswert aufwies. Nachdem die WILD WINGS in der 10. Spielminute mit 0:1 in Führung gingen, erfolgte kurze Zeit später der Ausgleich durch die Hausherren. Der Gleichstand ging also größtenteils in Ordnung, wobei die Schanzer die Nasenspitze – statistisch gesehen – etwas weiter vorne hatten. In den Anfangsminuten des Mittelabschnitts wurde das Tempo vorerst etwas aus dem Spiel genommen. Auch hier wechselte das Momentum zwischen beiden Mannschaften hin und her, sodass sowohl die Panther als auch die WILD WINGS viele Spielanteile auf ihrem Konto verbuchen konnten. Während die Special Teams bis dato keinen Faktor darstellten, gingen die Schanzer kurz nach Ablauf ihres Überzahlspiels erstmals in dieser Partie in Führung. Der erneute Ausgleich der Neckarstädter zum 2:2 hingegen war die direkte Folge eines Fouls: ein Strafpenalty, den Tyson Spink souverän verwandelte. Das Schlussdrittel knüpfte daraufhin an den vorherigen Abschnitt an und zeigte eine druckvolle Heimmannschaft, die das Spielgerät gut laufen ließ und sich über längere Zeiträume im gegnerischen Drittel festsetzen konnte. Die Gäste verteidigten jedoch leidenschaftlich und erschwerten über weite Teile einen Weg in die eigene Gefahrenzone. In der 45. Spielminute fanden die Bayern dann aber ein Durchkommen und gingen erneut in Führung. In einer Partie mit wenigen Unterbrechungen, waren die Schwenninger im Anschluss bemüht, eine Antwort zu finden. Am Ende machte Ingolstadt mit zwei Empty Nettern dann aber den Deckel drauf.
Die Highlights.
Minute 1: Der erste Abschluss erfolgt in Person von Tyson Spink über die linke Seite. Aufgrund mangelnder Präzision kann Brett Brochu die Scheibe allerdings abwehren. Minute 2: Kurzer Schockmoment, als das Hartgummi im gegnerischen Slot freigelegt wird. Die Gäste können jedoch klären. Minute 5: Klasse Hereingabe von Sebastian Uvira. Danny O’Regan lauert vor dem Kasten, kann das Zuspiel aber leider nicht verwerten. Auf der anderen Seite des Eises verbucht Ingolstadt – wenige Augenblicke später – die nächste Großchance auf ihrem Konto. Einer der Hauptakteure des Angriffs, bei dem die Scheibe am Ende knapp neben dem Pfosten landet, heißt Riley Sheen. Minute 9: Gute Möglichkeit der Hausherren, wobei das Spielgerät erneut wenige Zentimeter neben dem Gehäuse platziert wird. Minute 10: Yes – Tyson Spink erzielt sein 100. DEL-Tor und bringt seine Mannschaft mit 0:1 in Führung! Nach dem wunderschönen Zuspiel von Kyle Platzer, der mit dem Rücken zum Tor steht und die Kelle seines Teamkollegen mit einem No-Look-Pass findet, versenkt Tyson Spink die Scheibe über rechts im Kasten. Minute 12: Die Antwort der Panther erfolgt schnell: Riley Barber setzt das Hartgummi diagonal ins Kreuzeck und erzielt den Ausgleichstreffer zum 1:1. Minute 17: Powerplay Ingolstadt und wuchtiger Abschluss von Riley Sheen. Eine Mischung von Erikssons Schulter und dem Außenpfosten verhindert jedoch das 2:1. Minute 20: Den nächsten Hochkaräter hat Mirko Höfflin auf dem Schläger. Brett Brochu besteht den Test jedoch mit einem klasse Save.
Minute 28: Gerade, als Håkon Hänelt von der Strafbank zurückkommt, gehen die Gastgeber erstmals an diesem Abend in Führung. Daniel Schmölz macht im Slot kurzen Prozess und trifft aus kürzester Distanz zum 2:1. Minute 30: Diese Spielminute hat es in sich. Zuerst kontert Tyson Spink im Alleingang und verliert im letzten Moment das 1 gegen 1 Duell mit Brett Brochu, der einen Big Save zeigt. Aufgrund einer Behinderung entscheidet das Schiedsrichterteam daraufhin aber auf Penalty für die Gäste. Diesen tritt ebenfalls Tyson Spink an, der die Scheibe exakt unter die Latte setzt, den Ausgleich erzielt und somit seinen Doppelpack schnürt. Kurz darauf rettet Joacim Eriksson auf der Linie und verhindert in letzter Sekunde die erneute Führung der Bayern. Minute 34: Kenny Agostino befördert die Scheibe an die Latte – Glück für die WILD WINGS.
Minute 45: Ingolstadt drückt ordentlich aufs Gaspedal und erzielt nicht unverdient den erneuten Führungstreffer zum 3:2. Myles Powell platziert seinen Handgelenkschuss exakt im Winkel und lässt Joacim Eriksson keine Chance. Minute 47: Schwenningen strahlt viel Torgefahr aus und wieder ist es Tyson Spink, der am linken Pfosten um ein Haar verpasst und beinahe seinen Hattrick vollendet. Minute 54: Mirko Höfflin versucht es im eigenen Powerplay aus einem spitzem Winkel. Doch der Ingolstädter Goalie packt die nächste Riesen Rettungstat aus und verwehrt den Neckarstädtern somit den Jubel zum 3:3. Minute 59: War das die Entscheidung? Eine Minute vor Spielende versenkt Myles Powell im eigenen Überzahlspiel seinen Empty Netter im Netz und beschert seiner Mannschaft das 4:2. Minute 60: Wenige Sekunden später macht Peter Abbandonato endgültig den Deckel drauf und platziert die Scheibe zum Endstand von 5:2 ebenfalls im leeren Tor.
Die Wisehockey Stats.
Die Stimme zum Spiel.
Mirko Höfflin „Ingolstadt ist eine starke Mannschaft. Meiner Meinung nach war es ein gutes Spiel von uns, doch am Ende haben wir einfach zu wenig Tore gemacht. In den letzten Minuten haben wir dann auch in Unterzahl gespielt, weshalb es natürlich extrem schwer wird. Ich finde, wir können uns nicht viel vormachen außer in Bezug auf die Chancenverwertung. Letztlich sind es Kleinigkeiten auf einem hohen Niveau, die heute den Unterschied gemacht haben.“
Die Bildergalerie.
Der Ausblick.
Kommende Woche wartet das zweite Heimderby in dieser Saison auf das Team von Steve Walker. Um 19:30 Uhr fällt die Scheibe gegen den Lokalrivalen aus Mannheim. Dann stellt sich bereits zum dritten Mal in dieser Spielzeit die Frage: Wer ist die Nummer Eins im Land? Zum Wochenabschluss reisen die WILD WINGS dann zum amtierenden Meister in die Bundeshauptstadt. Die Aufgabe nächste Woche könnte also kaum größer sein.