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Krischan Läubin
19.10.2026 15:00

Mit Rückenwind und neuen Herausforderungen

Nach dem Auswärtssieg in Mannheim wollen die WILD WINGS am Dienstag auch in Köln punkten und setzen dabei auf defensive Stabilität, einfache Lösungen – die personelle Situation erfordert allerdings besondere Maßnahmen.

Der nächste Auswärtssieg, drei wichtige Punkte und eine Mannschaft, die sich zunehmend für ihren Aufwand belohnt. Mit dem 2:1-Erfolg bei den Adler Mannheim haben die WILD WINGS am Sonntag ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. Besonders die geschlossene Defensivleistung, ein überragender Simon Wolf zwischen den Pfosten und die beiden Treffer im Schlussdrittel waren entscheidend für den Erfolg in der SAP Arena. Doch bereits am morgigen Dienstagabend wartet bei den Kölner Haien die nächste Herausforderung. Und damit die Rückkehr an einen Ort, an dem Schwenningen erst vor wenigen Tagen einen wichtigen Sieg feiern konnte.

Kräfte bündeln, Energie bewahren. Nach dem intensiven Duell in Mannheim stand für die Mannschaft von Steve Walker zunächst die Regeneration im Mittelpunkt. Die WILD WINGS übernachteten in der Kurpfalz, absolvierten am Montag noch eine Trainingseinheit in Mannheim und machten sich anschließend auf den Weg nach Köln. „Mit unserer aktuellen personellen Situation versuchen wir, den Einsatz und die Energie der Spieler bestmöglich einzuteilen“, erklärt Walker. Gerade in Mannheim hätten einige Akteure viele Minuten absolvieren müssen. Auch die lange Schlussphase, in der die Adler frühzeitig ihren Torhüter zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis nahmen, verlangte der Mannschaft einiges ab. Umso wichtiger sei es nun, die vorhandenen Kräfte richtig einzusetzen. Sportlich soll sich an der grundsätzlichen Herangehensweise dagegen wenig ändern. Die WILD WINGS wollen kompakt verteidigen, den Gegner möglichst auf die Außenbahnen drängen und ihrem Torhüter freie Sicht auf die ersten Abschlüsse ermöglichen. „Ich glaube, je länger es für uns aktuell 0:0 steht, desto größer wird unsere Chance, das Spiel zu gewinnen“, sagt Walker. Gegen Mannheim sei es gelungen, die gegnerischen Möglichkeiten zu begrenzen und gleichzeitig selbst immer wieder gefährlich zu werden.

Einfache Lösungen als Erfolgsrezept. Auch offensiv soll der Ansatz aus Mannheim als Grundlage dienen. Die Scheiben kontrolliert in die gegnerische Zone bringen, dort möglichst lange behaupten und mit Verkehr vor dem Tor für gefährliche Situationen sorgen. Genau auf diese Weise fielen am Sonntag die beiden Schwenninger Treffer. „Wir wollen mehr Zeit in der offensiven Zone verbringen und die Tore auch auf die dreckige Art erzielen“, erklärt Walker. Abschlüsse mit Spielern vor dem Tor, abgefälschte Scheiben und Abpraller sollen weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Offensivspiels sein. Gleichzeitig bleibt die Arbeit gegen die Scheibe entscheidend. Die WILD WINGS wollen ihren Gegnern möglichst wenig Raum im Zentrum überlassen und zweite Abschlussmöglichkeiten konsequent verhindern. Dass diese Spielweise erfolgreich sein kann, hat die Mannschaft zuletzt mehrfach unter Beweis gestellt.

Gute Erinnerungen an Köln. Erst vor elf Tagen gastierten die WILD WINGS bei den Kölner Haien und feierten dort einen wichtigen 4:1-Auswärtssieg. Es war der erste Erfolg gegen die Domstädter nach zuvor acht sieglosen Begegnungen. „Ich hatte eigentlich immer das Gefühl, dass uns dieses Duell von der Spielweise her ganz gut liegt“, erklärt Walker. Besonders die Arbeit im Forecheck, das Verteidigen gegen die Kölner Offensive und der Spielaufbau aus der eigenen Zone seien Elemente, mit denen Schwenningen gegen die Haie erfolgreich sein könne. Dass die Mannschaft nun mit einem Sieg in Mannheim im Rücken an einen Ort zurückkehrt, an dem sie zuletzt ebenfalls erfolgreich war, sorgt für zusätzliches Selbstvertrauen. „Mental hilft uns das auf jeden Fall. Wir kommen von einem Sieg in Mannheim und fahren an einen Ort, an dem wir gerade erst Erfolg hatten. Das gibt uns ein gutes Gefühl“, sagt der Headcoach.


Der Gegnercheck.

Die Kölner Haie gehören zu den Mannschaften, die mit ihrer offensiven Qualität jederzeit gefährlich werden können. Besonders wenn es ihnen gelingt, sich mit Tempo in der Angriffszone festzusetzen, entwickeln die Domstädter viel Druck auf die gegnerische Defensive. Bereits beim ersten Aufeinandertreffen zeigte sich, wie wichtig für Schwenningen eine konzentrierte Arbeit ohne Scheibe ist. Die Haie hatten insbesondere im Mitteldrittel längere Druckphasen, während die WILD WINGS mit konsequenter Defensivarbeit, geblockten Schüssen und einem starken Joacim Eriksson dagegenhielten. Genau daran soll die Mannschaft am Dienstag anknüpfen. Die Räume vor dem eigenen Tor schließen, zweite Chancen verhindern und nach Scheibengewinnen möglichst schnell in die Offensive umschalten. Dass die WILD WINGS in Köln erfolgreich sein können, wissen sie seit ihrem jüngsten Gastspiel.


Die Teamnews.

Die personelle Situation bleibt allerdings angespannt. Neben Phil Hungerecker, Reed Lebster und Vadim Schreiner müssen die WILD WINGS nun auch auf Austin Ortega verzichten. Der Angreifer hatte sich in den vergangenen Begegnungen trotz gesundheitlicher Probleme noch in den Dienst der Mannschaft gestellt. Nun muss er sich einem medizinisch notwendigen operativen Eingriff unterziehen, der keinen weiteren Aufschub zulässt. Damit stehen Steve Walker für die Partie in Köln voraussichtlich lediglich neun nominelle Stürmer und zehn Verteidiger zur Verfügung. Eine ungewöhnliche Konstellation, die auch taktisch besondere Lösungen erfordert. „Wir haben verschiedene Möglichkeiten“, erklärt Walker. Denkbar sei, einzelne Verteidiger in den Sturm zu beordern. Gegen Mannheim kamen Niklas Hübner und Niclas Hempel bereits über weite Strecken in offensiven Rollen zum Einsatz. Für Köln tendiert Walker allerdings dazu, die neun verfügbaren Stürmer zunächst auf drei Reihen zu verteilen. Auch weil die Haie ihre Offensive überwiegend über drei Angriffsreihen organisieren, könnte diese Variante Vorteile bieten. Eine endgültige Entscheidung will der Headcoach jedoch vom Spielverlauf abhängig machen. „Es wird darauf ankommen, wie das Spiel läuft. Wer führt, wer liegt zurück, welche Special Teams werden gebraucht? Wir müssen die Eiszeit so gut wie möglich verteilen“, sagt Walker. Zwischen den Pfosten ist ebenfalls ein Wechsel vorgesehen. Nach dem starken Auftritt von Simon Wolf in Mannheim wird Joacim Eriksson am Dienstag in Köln beginnen. Wolf soll dann am Freitag wieder zum Einsatz kommen.

Die Aufgabe.

Mit Überzeugung in die nächste Aufgabe. Trotz der schwierigen Personalsituation reisen die WILD WINGS mit einer positiven Entwicklung im Rücken nach Köln. Die vergangenen Begegnungen haben gezeigt, dass die Mannschaft auch gegen spielstarke Gegner bestehen kann, wenn sie konsequent verteidigt, füreinander arbeitet und ihre Möglichkeiten nutzt. Nun gilt es, diese Qualitäten erneut auf das Eis zu bringen. Mit begrenztem Personal, aber gewachsenem Selbstvertrauen und einer klaren Vorstellung davon, wie die nächsten Punkte gelingen können.

Der Sendeplan.

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