Die WILD WINGS liefern dem EHC Red Bull München ein intensives Duell, müssen sich nach einer folgenschweren Unterzahl aber mit 3:4 geschlagen geben. Zwei späte Treffer lassen die Helios Arena noch einmal hoffen.
Die WILD WINGS müssen sich am Sonntagnachmittag trotz einer leidenschaftlichen Schlussphase dem EHC Red Bull München mit 3:4 geschlagen geben. Nach dem wichtigen Auswärtssieg in Köln zeigt Schwenningen auch gegen die Red Bulls über weite Strecken eine konkurrenzfähige Leistung und geht durch Aki Dziambor früh in Führung. Eine fünfminütige Unterzahl im Mitteldrittel bringt die Gastgeber jedoch entscheidend aus dem Rhythmus. München dreht die Partie und baut seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf drei Tore aus. Doch die Mannschaft von Steve Walker gibt sich nicht geschlagen: Thomas Schemitsch und Alexander Karachun sorgen in den Schlussminuten für neue Hoffnung, ehe die Zeit für den Ausgleich abläuft.
6′ | A. Dziambor #16 58′ | T. Schemitsch #62 60′ | A. Karachun #47
Fulltime
3 : 4
Zuschauer 4.292 Helios Arena
31′ | P. Hager #52 32′ | D. Kahun #21 39′ | Y. Ehliz #42 48′ | D. Kahun #21
Der Spielverlauf.
1. Drittel – Dziambor bringt Schwenningen in Führung. Die erste große Möglichkeit gehört den WILD WINGS. Eric Martinsson findet Eric Cornel, dessen Abschluss knapp am Tor vorbeigeht. Wenig später prüft Alex Peters nach einem gewonnenen Bully den Münchner Schlussmann Antoine Bibeau. In der sechsten Minute belohnt sich Schwenningen für die engagierte Anfangsphase. Håkon Hänelt legt auf Aki Dziambor ab, der die Scheibe im Münchner Tor unterbringt. Nach einer Videoüberprüfung bestätigen die Schiedsrichter den Treffer. Für Dziambor ist es das erste Saisontor. München entwickelt in der Folge zunehmend Druck, findet gegen die kompakte Schwenninger Defensive aber nur selten klare Abschlussmöglichkeiten. Joacim Eriksson ist zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Besonders in der ersten Unterzahl des Abends arbeiten die WILD WINGS konsequent und lassen kaum etwas zu. Auch offensiv setzen die Gastgeber immer wieder Akzente. So geht es mit einer knappen, aber keineswegs unverdienten 1:0-Führung in die erste Pause.
2. Drittel – Fünf Minuten verändern das Spiel. Auch im Mitteldrittel begegnen sich beide Mannschaften zunächst auf Augenhöhe. Sebastian Uvira verzieht knapp, wenig später bietet sich Alex Peters nach einem schnellen Angriff über Reed Lebster die große Möglichkeit zum zweiten Schwenninger Treffer. Bibeau verhindert das 2:0. In der 28. Minute nimmt die Partie jedoch eine entscheidende Wendung. Nach einem Bandencheck müssen die WILD WINGS eine fünfminütige Unterzahl überstehen. Zunächst verteidigen die Gastgeber aufmerksam, doch in der 31. Minute nutzt Patrick Hager eine Gelegenheit im Slot zum Ausgleich. Nur eine Minute später trifft Dominik Kahun nach Zuspiel von Yasin Ehliz zur Münchner Führung. Schwenningen versucht, die beiden Gegentreffer abzuschütteln. Boaz Bassen erobert die Scheibe und bedient Philip Feist, dessen Abschluss am Torgestänge landet. Auf der anderen Seite verhindert Eriksson mit einer starken Aktion gegen den frei durchgebrochenen Taro Hirose einen weiteren Gegentreffer. Kurz vor der zweiten Pause fällt das 1:3 dennoch. Die WILD WINGS entwickeln gerade wieder mehr Druck, als München kontert. Nach einer unübersichtlichen Situation vor dem Tor trifft Yasin Ehliz aus kurzer Distanz unter die Latte. Damit geht Schwenningen mit einem Zwei-Tore-Rückstand in den Schlussabschnitt.
3. Drittel – Späte Aufholjagd bringt die Arena zum Beben. Die WILD WINGS suchen auch im letzten Drittel weiter den Weg nach vorne. Kyle Platzer und Alex Peters kombinieren sich in eine gute Abschlussposition, später bringt sich Vadim Schreiner zentral vor dem Tor in Stellung. Beide Male ist Bibeau zur Stelle. In der 48. Minute folgt allerdings der nächste Rückschlag. Nach einem unglücklich verteidigten Angriff bedient Hirose den mitgelaufenen Kahun, der auf 1:4 erhöht. Die Partie scheint damit vorentschieden. Doch Schwenningen gibt sich nicht auf. Feist setzt sich auf dem Weg zum Tor durch und sucht Höfflin, der den Pass nur um einen Schritt verpasst. Anschließend bekommen die WILD WINGS noch einmal die Möglichkeit, in Überzahl zurückzukommen. Zunächst fehlt die letzte Präzision, ehe Thomas Schemitsch in der 57. Minute nach Vorarbeit von Uvira und Ortega zum 2:4 trifft. Es ist der zweite Schwenninger Powerplaytreffer der Saison. Steve Walker nimmt Eriksson anschließend zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis. Die WILD WINGS werfen noch einmal alles nach vorne, nehmen anderthalb Minuten vor dem Ende eine Auszeit und belohnen sich tatsächlich: Alexander Karachun trifft nach Zuspiel von Martinsson zum 3:4 und lässt die Helios Arena noch einmal auf den Ausgleich hoffen. Der fällt allerdings nicht mehr. Trotz einer beeindruckenden Schlussphase bleibt es bei der knappen Niederlage.
Die Highlights.
Minute 1: 20 Sekunden sind gespielt und die Nummer 60 im Tor der Neckarstädter wird zum ersten Mal gefordert. Der Puck fliegt ihm zentral in die Fanghand. Minute 3: Erste Großchance der WILD WINGS! Martinsson auf Cornel, der zieht ab. Leider zu weit links und die Scheibe geht am Tor vorbei. Minute 6: Nach gewonnen Bully versucht es Peters, doch Antoine Bibeau ist da und pariert. Schade! Minute 6: Keine 10 Sekunden später: TOOOR! Hänelt auf Dziambor und der zieht ab. Nach Videobeweis bestätigen die Unparteiischen die Entscheidung auf dem Eis: Good Goal. Minute 8: Münchens Ryan Murphy versucht den Konter von der blauen Linie, doch das ist kein Problem für unsere Nummer 60. Minute 8: Toller Breakaway von Hakon Hänelt, doch der Pass kommt nicht an. Minute 10: Eriksson wird wieder gefordert, diesmal von Taro Hirose, doch die Wall of Schwenningen ist hellwach. Minute 12: Die letzten Minuten werden einer Druckphase der Gäste aus München geprägt, doch die Defensive und vor allem unser Schlussmann bleiben stabil. Minute 13: Unterzahl-Spiel für die WILD WINGS: Die Neckarstädter stehen stabil und spielen wichtige Sekunden von der Uhr. München tut sich schwer in Position zu kommen, der einzige Torschuss von Taro Hirose kann von Eriksson geklärt werden. Minute 18: Powerplay für die Blau-Weißen. Ortega kommt mehrfach zum Abschluss, doch ohne Zählbares.
Minute 22: Erster Torschuss des Mitteldrittels geht an Jeremy McKenna. Doch Eriksson ist wachsam und pariert. Minute 23: Ein großes Raunen geht durch die Helios Arena, Sebastian Uvira verzieht denkbar knapp. Minute 26: Carrick von der Blauen, der Schuss prallt am Schoner des Schwenninger Schlussmanns ab. Minute 27: Lebster marschiert Richtung Münchner Tor und passt auf Peters, dem das 2:0 quasi auf der Kelle liegt. Doch Antoine Bibeau hält sein Tor sauber. Der hätte auch drin sein können! Minute 28: Nach einem Bandencheck heißt es nun fünf Minuten Unterzahl zu überstehen. Minute 31: Nach Hälfte des Münchner Powerplays kann Patrick Hager im Slot zum Ausgleich einschieben. Spielstand 1:1. Minute 32: Nach Zuspiel von Ehliz kann Domenik Kahun auf 2:1 für München erhöhen. Schwenningen macht nicht allzu viel falsch, muss diese Unterzahl für den Moment aber teuer bezahlen. Minute 34: Bassen ergattert den Puck und kann sich lösen, Pass auf Feist und Abschluss, leider ist das Torgestänge im Spiel. Minute 35: WAS EIN SAVE! Münchens Hirose stürmt alleine aufs Schwenninger Tor zu, doch statt auf den Abschluss zu warten fährt Joacim Eriksson ihm entgegen und klärt den Puck auf halbem Weg zum Tor grandios im 1 gegen 1. Minute 40: Schwenningen am Drücker, doch eine klare Torchance ist hier [noch] nicht dabei. Dann: Konter der Münchner und nach einer nicht klar überschaubaren Lage im Torraum kann München durch Yasin Ehliz auf 3:1 erhöhen. Dieser schiebt den Puck vom kurzen Eck unter die Latte.
Minute 42: Tolles Zusammenspiel von Platzer und Peters, doch der Abschluss findet nur Bibeaus Schoner. Minute 46: Schreiner bringt sich toll in Position und zieht die Scheibe zentral vor dem Tor ab. Doch Bibeau kann den Puck zwischen den Schonern mit Mühe verteidigen. Minute 48: Unglücklich verteidigt und München erhöht zum 4:1 – durch ein feines Zuspiel von Taro Hirose auf Kahun. Minute 50: Nach dem Powerbreak versuchen die Neckarstädter wieder Zugriff auf das Spiel zu erlangen. Sie spielen sich vor dem Tor ein und Thomas Schemitsch versucht sein Glück, doch zu zentral. Minute 52: Feist kann sich schnell absetzen, prescht RIchtung Tor und passt auf Höfflin, doch der ist schon eine Schrittlänge zu weit vorne und kann nicht vollenden. Tragisch, denn das wäre ein Sahnetreffer geworden. Minute 54: Nach einer Münchner Spielverzögerung heißt es nun Überzahlspiel für die WILD WINGS. Gelingt so der Anschlusstreffer? Minute 55: Die Gemüter erhitzen sich und gleich zwei verschiedene Rudelbildungen auf dem Eis. Strafen auf beiden Seiten, es geht weiter im 5 gegen 4 aus Schwenninger Sicht. Minute 56: Weiteres Überzahlspiel für die Gastgeber. Leider finden sie sich in keine geeignete Formation, im Neuaufbau Cornel auf Valk, doch der verzieht hauchzart über das linke Eck. Minute 57: JAA! Nach Zuspiel von Uvira und Ortega schlenzt Thomas Schemitsch das Ding sehenswert hinter Antoine Bibeau und kann durch das 2. Überzahltor der Saison auf 2:4 verkürzen. Minute 58: Steve Walker zieht Eriksson vom Eis. Jetzt wird nochmals alles reingeschmissen. Minute 59: Auszeit Schwenningen anderthalb Minuten vor Ende. Minute 60: 3:4! Nach Zuspiel von Martinsson lässt uns Alexander Karachun nochmal die ganze Helios Arena hoffen. Minute 60: Nach einer nicht geahndeten Strafe gegen München heißt der Endstand 3:4.
Die Wisehockey Stats.
Die Stimme zum Spiel.
NiklasHübner „Natürlich ist es bitter, dass es am Ende nicht ganz gereicht hat. Vor allem mit den Fans im Hintergrund, die uns bis zum Schluss unterstützen. Wir hatten am Ende noch die Chance, aber jetzt müssen wir nächste Woche weitermachen. Ich glaube, wir haben gegen Köln einen großen Schritt nach vorne gemacht. Auch heute haben wir ein gutes Spiel gemacht. Nur die Unterzahl war nicht optimal. Darüber müssen wir noch einmal reden und uns verbessern. Aber man sieht, dass wir hier mit jedem mithalten können.“
Die Bildergalerie.
Der Ausblick.
Die WILD WINGS müssen sich damit nach dem Erfolg in Köln wieder geschlagen geben, können aus dem Wochenende aber auch positive Erkenntnisse mitnehmen. Über weite Strecken zeigt die Mannschaft, dass sie gegen einen starken Gegner mithalten kann. Die fünfminütige Unterzahl und die beiden Gegentreffer innerhalb kurzer Zeit erweisen sich letztlich als entscheidende Belastung. Weiter geht’s am Freitag, wieder zu Hause – dieses Mal gegen den ERC Ingolstadt.